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ProjectTogether: Gemeinsam die Zukunft gestalten

Philipp von der Wippel ist Gründer des Sozialunternehmens ProjectTogether.

ProjectTogether unterstützt junge Menschen dabei, eigene Projektideen anzupacken und ihr Umfeld aktiv mitzugestalten.

Anfangshürden werden mit Struktur und Motivation überwunden und Ideen in die Tat umgesetzt. Die Ergebnisse lassen sich sehen.

Philipp von der Wippel ist der Gründer der gemeinnützigen Organisation ProjectTogether und hat diese maßgeblich mitaufgebaut. Im Interview spricht von der Wippel darüber, wie sich politische Partizipation durch die „Generation Y“ geändert hat und wie ProjectTogether junge motivierte Menschen bei ihrem gesellschaftlichen Engagement unterstützt.

Wie würden Sie die Hauptaufgaben von ProjectTogether in Kürze beschreiben?

Wir unterstützen junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren dabei, ihre eigenen Ideen zu realisieren. Oft sind es junge Menschen, die etwas Sinnvolles machen wollen oder eine tolle Idee im Kopf haben, aber nicht so richtig wissen, wie sie es angehen können. Wir begleiten die neuen Projekte in den ersten 4 Monaten und unterstützen sie mit Hilfe unseres Telefoncoachings. Dadurch wird die Projektarbeit auf ein höheres Level gebracht.

Neben unserer Unterstützung ist ein weiterer Erfolgsgarant, dass die meisten Projektideen aus persönlichen Geschichten bzw. persönlichen Anliegen resultieren. Und wenn genau dieses persönliche Anliegen in einen Impuls umgewandelt wird, der auf die Gesellschaft übertragen werden kann, dann ist auch der Erfolg des Projekts garantiert.

Ein Beispiel dafür ist das Projekt von Katharina Zech. Nachdem ihr Großvater an Leukämie verstorben war, hat sie den Entschluss gefasst, so viele Menschen wie möglich zu motivieren, sich als potentielle Stammzellenspender zu registrieren. Katharina hat gemeinsam mit der DKMS zu einer großen Aktion in der Münchener Uni aufgerufen, um Stammzellenspender zu registrieren. Seitdem haben sich durch Katharinas Arbeit 18.000 Studierende registriert und 37 an Leukämie erkrankte Menschen konnten Hilfe bekommen.

Welches Ziel verfolgt ProjectTogether und an wen richtet sich Ihr Projekt?

Das Ziel des Projekts ist es, die Zivilgesellschaft zu aktivieren und vor allem junge Menschen zur Teilhabe zu ermutigen. Hierbei wollen wir vor allem 3 Gruppen ansprechen. Zu der ersten Gruppe gehören die jungen Menschen, die sich bereits gesellschaftlich engagieren und in der kirchlichen Jugendarbeit oder in Verbänden verantwortungsvolle Positionen übernommen haben. Die zweite Gruppe besteht aus den jungen Menschen, die bereits erste Erfahrung mit einem gesellschaftlichen Engagement gemacht haben, aber nicht voll eingebunden sind, da sie sich von herkömmlichen Vereinen oder Parteien nicht angesprochen fühlen. Die dritte Gruppe sind die, die sich noch nie engagiert haben.

Das Ziel von ProjectTogether ist es vor allem, die ersten beiden Gruppen dazu zu ermutigen, ihre eigenen Ideen umzusetzen und auch außerhalb ihrer bereits vertrauten Felder aktiv zu werden. Denn die Stimme des einzelnen ist meist lauter und der Einsatz größer, wenn sie für sich selbst sprechen und davon wirklich überzeugt sind.

Was muss sich ändern, um politische Partizipation und Teilhabe an der Gesellschaft auch für die Generation Y attraktiv zu machen?  

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich berichten, dass vielen jungen Menschen ihr gesellschaftliches und politisches Engagement nicht bewusst ist, obwohl sie in Verbänden und Vereinen aktiv sind.
Das zeigt, dass Begriffe wie Partizipation, Engagement und Politik dringend entstaubt und neu definiert werden müssen, um attraktiv für die Generation Y zu sein. Und da stehen wir vor einer gewaltigen Hürde. Politische Parteien und Verbände sind sehr durchstrukturieret und bürokratisiert. Das führt zu einer Stabilität, die für unsere demokratische Gesellschaft sehr bedeutend ist. Aber genau in dieser Stabilität gibt es eben manchmal auch zu wenig Spielraum und Flexibilität, nach der sich vor allem meine Generation sehnt.

Kluge und engagierte Köpfe wenden sich eher Start-Ups zu, obwohl sie hervorragend in politische Ämter passen würden. Somit gibt es einen Brain Drain in Richtung der Start-Ups und anderen “coolen” Jobs. Die Parteien stehen vor der Herausforderung, sich der Generation Y zu öffnen und attraktiv für sie zu werden. Denn nur so können wir mehr aktive, junge und entscheidungsfähige Menschen dafür gewinnen, ihre Energie und ihre Zeit in politische und gesellschaftliche Aufgaben zu investieren.