Kinder & Jugendliche

Meet the World – Das internationale Jugendcamp des Reformationssommer

Das lateinamerikanische Lebenskonzept „Buen Vivir“ spielt eine wichtige Rolle beim Jugendcamp

„Buen Vivir“ strebt nach einem gemeinschaftlichen Wirtschaften im Einklang mit Natur und Mensch

Bei „Meet the World" treffen sich über 300 Jugendliche aus der ganzen Welt

Zum Jugendlager werden Teilnehmende von insgesamt 240 Kirchen aus 100 Ländern kommen

Das internationale Jugendlager „Meet the World“ ist eines von mehreren Projekten, die anlässlich des Reformationsjubiläums vom BMFSFJ gefördert werden. Die Projekte und Initiativen sollen eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart schlagen. Rev. Dr. Hanns Lessing spricht über die Ziele und Inhalte des Jugendlagers „Meet the World“ und über das lateinamerikanische Lebenskonzept „Buen Vivir“.

Herr Lessing, wie würden Sie die Hauptaufgabe des internationalen Jugendlagers „Meet the World“ beschreiben?

Bei „Meet the World“ treffen sich 300 junge Menschen aus aller Welt, um über ihre Rolle in der globalisierten Welt nachzudenken und sich auszutauschen. Dabei soll das Lateinamerikanische Konzept „Buen Vivir – das gute Leben“ helfen. Dieses Konzept stellt nicht das Wirtschaftswachstum in den Vordergrund, sondern strebt nach einem gemeinschaftlichen Wirtschaften im Einklang mit Natur und Mensch.

Welches Ziel verfolgt das Jugendlager und wer nimmt daran teil?

Das Jugendlager setzt sich zum Ziel, ein lebendiges Demokratieverständnis an seine Teilnehmenden zu vermitteln. Es soll gezeigt werden, dass ein demokratisches Engagement möglich ist und dass sich damit auch etwas verändern lässt.

Zu unserem Jugendlager werden Teilnehmende von insgesamt 240 Kirchen aus 100 Ländern kommen. Drei Viertel davon kommen aus dem globalen Süden.

In diesen Tagen beginnt das Reformationsjubiläum. Vor 500 Jahren hat damit ein wichtiger Wandel begonnen, der weit über die Kirchen hinausreicht. Wie wird dieser Anlass bei „Meet the World“ aufgegriffen?

Wir verstehen die Reformation nicht nur als historisches Ereignis, sondern sprechen viel lieber von der Reformation in der Gegenwart. Mit dieser lebendigen Tradition wollen wir den Teilnehmenden zeigen wie sie ihr Leben und ihre Gesellschaft aktiv mitgestalten können.

Welche Impulse der Reformation sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig für eine gelebte Demokratie?

Im Grunde genommen war die Reformation eine Diskussion um Menschenrechte. Schlussendlich ging es um die freie Ausübung einer Religion. Da das reformierte Bekenntnis nicht in allen europäischen Ländern akzeptiert wurde, gab es auch zu jener Zeit Glaubensflüchtlinge wie zum Beispiel die Hugenotten. Somit können wir noch heute einiges von der Reformation lernen. Sie hat uns unter anderem gezeigt, wie eine Gesellschaft mit Gruppen umgeht, die nicht in der Mehrheit sind. Und wie diese ein aktiver und engagierter Teil dieser Gesellschaft werden können.